Swasiland und Hluhluwe-Safari

08. Juni

Kurzfassung:

Raus aus Südafrika: Vorhang auf für das Königreich Swasiland, mit malerischen Bergen, sanften Hügeln, grasendem Vieh – aber auch ein verschwenderischer Operettenkönig, bittere Armut, eine hohe Aidsrate und keine Spur von Demokratie! Eine Busreise durch Landschaft und Geschichte von Südafrikas Nachbarland.

Die Details und Fotos:

Nach dem Frühstück erfahren wir im Bus gleich furchtbare Nachrichten: In Kapstadt hat es bereits seit 30 Jahren keinen großen Sturm und Regen mehr gegeben, doch nun brach dort über Nacht eine extreme Katastrophe aus, zahlreiche Häuser wurden evakuiert, um die 8 Menschen starben, das Meer stieg um 12m an und hohe Wellen überschwemmten ganze Bereiche Kapstadts. In den Häusern steht nun bis zu 80cm hoch das Wasser. Zusätzlich scheint um Knysna herum ein großes Feuer ausgebrochen zu sein, das riesen Teile der szenischen Gartenroute zerstört. Dort werden wir im späteren Verlauf der Reise noch vorbei kommen.

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Heute verlassen wir für eine Nacht Südafrika und fahren durch Swasiland, das letzte absolut regierte Königreich Afrikas. Swasiland ist sehr klein, es hat 17.364km² und hat mit 1,4 Millionen Einwohnern eine kleinere Population als Wien. Über den König Mswati III. erfahren wir recht lustige Geschichten, über ihn, seine zahlreichen Frauen und diverse Skandale. Da lohnt es sich schon einmal, die Nachrichten zu durchstöbern. Außerdem erfahren wir hier mehr über das Brautwerben bei den Zulus. Hierbei trifft die Familie des Mannes die der Frau und die Eltern der Braut werben ihre Braut an, zum Beispiel wie gut sie kochen kann, oder wie hoch sie ihre Beine beim Tanzen werfen kann, und soweiter. Demnach wird ihr Wert berechnet. Früher waren es um die 11 Kühe, die die Familie des Bräutigams zu zahlen hatten, und nun wird der selbe Wert in Swasigeld berechnet. Bei Mandela waren es sogar 1000 Rinder, die er für seine Frau bezahlen hätte sollen. Viele Männer können sich die Bräute gar nicht leisten, leben bereits seit Jahren mit ihr verlobt zusammen, haben Kinder, und soweiter, vielleicht schon mehrere Verlobte (es herrscht hier ja Polygamie), aber bis sie ihre Schulden nicht bezahlt haben, dürfen sie nicht heiraten.

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Ein Eindruck von Swasiland entsteht fast ausschließlich aus dem Bus heraus, da wir nur eine Nacht hier verbringen werden. Unser einziger Kurzstop ist der 115m hohe Maguga-Staudamm. Wir fahren an vielen Obstplantagen und Bergen vorbei bis zu unserem Hotel, das nett in Wäldern gelegen ist. Es hat einen wunderschönen Garten, in dem sogar der Weihnachtsstern blüht. Und das im Juni!

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Dort haben wir den Nachmittag frei und Oma und ich gehen Richtung Pferdekoppel. Der Pfeil führt uns durch einen Zaun auf eine Lichtung und dahinter sind weitere Bäume. Dort stehen die Pferde wunderschön im hohen Gras, die Sonne wirft ein tolles Licht und ich sehe das perfekte Foto. Oma und ich bilden uns beide ein, dass dort auch noch ein Zaun ist und wollen ganz nah heran, als auf einmal 5 Pferde rasant auf uns zugallopiert kommen und wir bemerken, dass wir bereits auf der Koppel sind. Wir bleiben wie angewurzelt stehen, wegrennen wäre vermutlich die schlechtere Option, und zum Glück bremsen die Pferde in sicherer Entfernung ab und beäugen uns. Ich zücke die Kamera und auf einma rennen sie wieder auf uns zu. Schwupps bin ich umzingelt von allen 5, von denen 3 dann sofort weiter zu Oma gehen und sie inmitten der Pferde nicht mehr zu sehen sind. Oma wird leicht nervös und das merken auch die Tiere, stupsen sie an und schnauben. Ich streichel die beiden bei mir, die eigentlich ganz lieb sind, als auf einmal Oma schreit und ein Pferd verscheucht, weil es sie richtig fest in den Oberarm gebissen hat. Jetzt bekomme auch ich es mit der Angst zu tun und wir gehen so rasch wie möglich rückwärts Richtung Zaun. Die Pferde allerdings hinterher. Auf einmal bäumt sich eines der Tiere direkt vor mir auf und kracht mit den Hufen vor mir auf den Boden. Nochmal Glück gehabt. Irgendwann bleiben sie stehen und verfolgen uns nicht mehr und wir retten uns mit klopfenden Herzen auf die andere Seite des Zauns. Und zu guter Letzt sind auch noch sämtliche Beweisfotos die ich im Eifer des Gefechts gemacht habe, völlig verwackelt und unbrauchbar. Hier kommen sie dennoch:

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Den Abend verbringen wir dann nur noch auf der Terasse des Forester Arms Hotels mit einer Tasse Tee in der Sonne, es ist sehr heiß, aber sobald der Schatten kommt friert man schnell.

09. Juni

Kurzfassung:

Zurück in Südafrika erwartet uns im Hluhluwe-Wildreservat eine erneute Safari-Tour mit abermaligem Erfolg: Diesmal entdecken wir schlafende Löwen zum Greifen nah im Gras. Abends genießen wir ein ganz besonderes Hotel im Busch, mit Tieren praktisch vor der Zimmertür.

Die Details und Fotos:

Auf dem Weg zurück nach Südafrika erfahren wir etwas mehr über das Schulsystem, da sich in unserer aus 32 Leuten bestehenden Reisegruppe auch etliche Lehrerinnen befinden. Die Klassen können – obwohl sie limitiert sind auf 37 SchülerInnen – auf bis zu 65 ansteigen. Es gibt viel zu wenige Schulen und zu wenig Platz, dadurch wird auch oft noch unter Bäumen unterrichtet, oder einfach am Boden in leeren Räumen. Mandela hat versucht das Schulsystem zu verbessern, er führte die Schulpflicht ein und die gleiche LehrerInnenbildung für alle, aber leider gibt es immer noch grobe Probleme in Südafrika. Ansonsten haben sie 4 Mal im Jahr Ferien, ähnlich der deutschen Ferienzeiten. Sport wird groß geschrieben, Privatschulen vergeben Stipendien für gute sportliche Leistungen. Englisch ist die Schulsprache und jahrelang war es auch nicht mehr als das, jetzt kann man zusätzlich auch Sprachen aus den Provinzen lernen, denn immerhin hat Südafrika 11 offizielle Sprachen: Die der 9 Provinzen, Englisch und Afrikaans (kommt von den holländischen Vorfahren, den Voortrekkern) wurden 1994 alle von Mandela anerkannt (in Swasiland hingegen spricht man hauptsächlich nur siSwati als offizielle Sprache). Die Schule beginnt um halbacht und zu Mittag gehen die Kinder schon nach Hause essen.

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Auch lernen wir, dass in Südafrika die Lebenserwartung früher bei 65 Jahren lag, momentan aber nur noch bei 54 Jahren. Seit den 1980er Jahren ist HIV ein großes Problem. Es ist eine Frage der Ehre hier, denn niemand will gesehen werden, wie er sich testen lässt. Darum verbreitet sich HIV unbemerkt rasant weiter. Die Regierung darf die Menschen nicht dazu zwingen, da das die Menschenrechte verbieten. Das fängt oft schon im Kindergarten an, wo Aids von Blut zu Blut übertragen wird, dadurch sterben die meisten Südafrikaner zwischen 15-35 Jahren, weil sie schon jung angesteckt werden. Jetzt gibt es schon Dinge wie das Frauenkondom, oder Zeitungen die Geld unter allen, die sich auf Aids testen, verlosen lassen. Es gibt auch ein Medikament das man, sofern man HIV positiv ist, täglich zu sich nehmen kann damit man wieder HIV negativ ist. Wenn man es dann einen Tag nicht nimmt, ist man wieder positiv. Dieses wurde aber lange Zeit nicht allen zugänglich gemacht, bis berühmte Persönlichkeiten sich mit Aids outeten und die Leute ermutigten für ihre Medikamente auf die Straße zu gehen. Es wird also besser, aber es geht nur schleichend voran.

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Unser heutiges Ziel ist ein privates Wildreservat in den Bushlands. Wir haben dort in der Nähe ein nettes Hotel, wo wir zuerst zu Mittag essen und dann geht es schon weiter. Auf der erneuten Safari im Hluhluwe-Wildreservat sehen wir Löwen aus der Nähe, Elefanten beim Fotoshooting, einige sehr zutrauliche Nashörner, Büffel in der Weite, Giraffen, eine Warzenschwein-Familie, Zebras und Impala-ähnliche Tiere mit dem Namen „Njala“.

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Abends genießen wir das Bushland Game Hotel, wo kleine Häuschen mit Stegen inmitten von Büschen und Bäumen verbunden sind. Es gibt einen Aussichtspunkt von dem man über Steppengras zu weiteren Wäldern blickt und Zebras und Njalas grasen sieht. Manchmal auch Giraffen. Angelika erzählt uns von einer Dame, die Nachts aufwachte und hinaussah und dort war eine Giraffe direkt vor ihrer Haustür und fraß von einem Baum.

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