Bei den Zulus

10. Juni

Kurzfassung:

Im Herzen des Zululandes bringen uns Angehörige dieses Volksstammes ihre Traditionen nahe. Danach geht die Reise nach Durban weiter, in die große Industriestadt am Hafen mit indischer Note. Den Abend verbringen wir bei tosenden Wellen am Strand.

Die Details und Fotos:

Ich beschließe heute etwas früher aufzustehen und mache mich kurz vor sechs Uhr Richtung Aussichtsplattform um die Tiere zu beobachten. Es ist total still und in der Ferne grasen die Zebras und Njalas. Bei einem kleinem Teich sitzen Reiher und langsam geht die Sonne am Horizont auf. Ein entspannender Start, bevor dieser ganze Reisetumult wieder losgeht.

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Um 08:30 erwarten uns nämlich schon die Zulus in einem Zuludorf. Die Männer müssen immer vorgehen, denn sie müssen die Tiere verjagen und Frauen beschützen. Wir lernen ein wenig Zulu, darunter wie man Danke sagt und grüßt. Damit wir hinein dürfen, wird eine Person ausgewählt um die Gruppe anzukündigen. Wer das wohl ist…? Wieder einmal ich! Ich lerne gleich einmal den Zulu-Handschlag und darf dann die Trommeln so laut wie möglich schlagen. Aus dem Dorf kommt bald die Trommel-Antwort und wir dürfen eintreten. Die traditionellen Dörfer der Zulus nennen sich umuzi und sind von einem Pfahlzaun umgeben. Darin wohnen die Zulus in Hütten aus geflochtenem Gras und Ruten. Heutzutage leben die meisten Zulus aber auf Afrika verteilt und sie bevorzugen Steinbauten.

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Der Eingang ist so gebaut, dass man sich bücken und somit automatisch vor den Ahnen verbeugen muss. Dort erfahren wir dann allerlei über die Traditionen, die Waffenherstellung (Schilder und Speere), über Medizinmänner- und Frauen (Inyanga) und WahrsagerInnen (Sangoma), die Töpferei und das tägliche Zusammenleben. Zwei Frauen produzieren Perlenschmuck, darunter auch den sogenannten „Zulu Liebesbrief“, eine kleine Perlenkette mit einem weißen Viereck, welches für die pure Liebe steht, und einem roten und schwarzen Dreieck darin. Das rote Dreieck steht für das Herz das brennt wie Feuer vor Liebe und das schwarze Dreieck besagt „kaufe meiner Famlie 11 Kühe“ (also der Brautpreis, somit „heirate mich!“). Auch gibt es verschiedene Kopfbedeckungen: Eine rote heißt verheiratet, eine schwarze verlobt, keine single.

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Doch auch nach der Hochzeit dürfen Mann und Frau nicht beisammen schlafen. Der Mann muss immer alleine sein, da die Ahnen ihn jederzeit im Traum kontaktieren könnten. Die Frauen jedoch können auch bis zu zehnt in einer Hütte schlafen. Wenn der Mann die Frau Nachts „sprechen“ möchte, so muss er anklopfen und sie herausholen. Dann darf sie kurz zu ihm in die Hütte.

Zulu-Facts

  • „das Volk des Himmels“
  • Ankunft in Afrika im 16. Jhd.
  • Glaube an Unkulunkulu, der Schöpfer des Universums
  • Unsterblichkeit der Seele
  • etwa 11,6 Millionen Zulus

Nach der Dorfführung bekommen wir noch eine Vorführung einer traditionellen Hochzeit, mit den Tänzen und Liedern die gesungen werden. Das Highlight bei dieser Show ist definitiv der Zulujüngste im Dorf, der schon fleißig mitmacht und allen die Show stiehlt.

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Insgesamt wirkt aber die gesamte Inszenierung des Dorfes eher gekünstelt und die Zulus wie Schauspieler, die ihre Show viel zu oft am Tag hinlegen, um wirklich begeistert darüber zu sein. Dennoch war es interessant, so viel über ihre Kultur zu erfahren.

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Unsere Freunde auf der Raststelle am Weg flehen förmlich darum, dass man sie fotografiert und ihnen Zuckerrohr abkaufte. So kommen auch wir erstmals in den Genuss.

Unser Tagesziel ist Durban, mit einem Stopp beim indischen Markt in der Stadt. In Südafrika leben 6 Millionen Inder, davon leben allein 3 Millionen in Durban. Die Inder sind 1860 nach Südafrika gekommen. Sie waren sehr arm und ihnen wurde gutes Geld versprochen wenn sie auf südafrikanischen Zuckerrohrplantagen arbeiten. Sie wurden für 5 Jahre bezahlt und danach konnten sie sich entscheiden, ob sie ihren Vertrag beenden wollten, oder weiter arbeiten. Die meisten blieben, da es ihnen in Südafrika besser ging als daheim, außerdem stellten sie sich als gute Geschäftsleute heraus. Dank einem dieser Inder kam auch Ghandi nach Südafrika, als er als Anwalt 1903 einen Landsmann verteidigen wollte. Man sagt, Mandela habe viel von Ghandis Philosophie, friedvoll und gewaltlos zu protestieren, übernommen.

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Die Straßen wimmeln vor Menschen, jeder rennt irgendwo über die Straße – völlig systemlos – mittendrin bleiben Busse stehen, hupen, Leute steigen überall ein und aus wo sie wollen. Das mit den Bussen ist zwar normal in Südafrika (sie geben einfach Handzeichen in welche Richtung sie fahren und du sagst dem Fahrer stopp wo auch immer du aussteigen willst, selbst wenn es mitten auf der Straße ist), aber hier nochmal extremer. Überall Lärm, Gehupe, Handel. Oma und ich sind überfordert nach all den ruhigen Tagen in Lodges im Busch. Erst bekommen wir eine Vorführung im Marktgebäude von einem Inder, der sein Herz dem Curry verschrieben hat. Er erklärt verschiedenste Gewürze und Rezepte – alles auf Deutsch, die Sprache hat er sich selbst beigebracht. Wir bemerken außerdem, dass auf den Straßen unglaublich viele Leute ihre Waren am Kopf tragen – das ist sehr typisch für Südafrika. Die Fotos wurden aus dem fahrenden Bus gemacht, und sind daher mehr schlecht als recht, aber sie skizzieren ganz gut, wie das dort so läuft:

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Anschließend gehen wir zur größten Moschee Südafrikas, die aber irgendwie auch mehr aus Markt und Handel besteht und wir den Eingang in dem Tumult nicht einmal finden, somit flüchten wir schnell wieder ins relativ ruhige innere des Marktgebäudes. Dort ergattern wir wie immer einige Souvenirs und dann geht die Busfahrt schon weiter Richtung Hotel, welches glücklicherweise Abseits vom Trubel liegt. Das Hotel ist ein typisches Kettenhotel, aber sauber und bequem und mit wunderbarem Blick aufs Meer.

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Oma und ich machen noch einen kleinen Standspaziergang, beobachten die mutigen Surfer in den recht stürmischen Wellen und setzen uns anschließend mit anderen der Reisegruppe in die Bar zum Essen und Plaudern.

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