Im Gesaeß des Elefanten.

Der eigentliche Titel dieses Blogs sollte lauten: ‚Waehrend Rob in den Wehen lag…‘, aber ich wollte falsche Geruechte ueber die erste weltweite Maennerschwangerschaft vermeiden:

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Er liest sich meinen Blog immer uebersetzt durch. Das sieht so aus: Er liest laut vor, und ich sitze daneben und kann vor Lachen (und Weinen) nicht mehr atmen. Hoch lebe Google!

19.09.

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Der Tag war ein Faulheitstag. Nicht viel getan, außer mehr Marmelade gemacht, gepackt, Film geschaut, in Beaumaris Eis gegessen, Didgeridoo gespielt und so ein Zeug. Basically, rumgelungert.

20.09.

Zum Fruehstueck hab ich Kamilla getroffen, um mich von ihr zu verabschieden, da sie am naechsten Tag aus Bangor wegzog. Wir verbrachten die Zeit mit unseren ueblichen Gespraechen ueber Gott und die Welt, und Abschied nehmen war nicht unbedingt das Angenehmste. Der 20. war außerdem mein letzter Tag in Rob’s Haus, da nun auch die letzten MitbewohnerInnen von ihm einzogen, und es voll und laut wurde. Ich wollte da nicht stoeren. Nachdem ich ihnen geholfen hatte, die Sachen in ihre Zimmer zu schleppen, zog ich selbst zurueck zu Hannah und Chris und wir fuhren mit Alex und Anna – wie immer Sonntags – in die Kletterhalle.

21.09.

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Tag 1 unserer Yorkshire Rundreise. Um 08:30 holte mich Rob ab und wir fuhren in sein Heimats-County. Am Weg dorthin gab’s schon die erste Sehenswuerdigkeit: Ein Haus mitten auf (zwischen!) der Autobahn. Ein Farmer hatte damals beim Bau etliche Milionen Pfund angeboten bekommen, wollte aber genau dort bleiben. Jetzt wurden die Spuren links und rechts von seinem Grundstueck gebaut, und inmitten der jeweils 3-Spurigen Autobahn steht nun eine Farm, mit Feldern und Schafen (die Armen!). Das nenn ich ein Statement!

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Der erste Halt war in Leeds, um dort (nach einem Jahr!) Rob’s Abschlusszeugnis von der Uni zu holen. Nachdem wir aber schon einmal dort waren, wollte ich auch unbedingt ins Trinity Einkaufszentrum zu Victora’s Secret – so eine Chance darf Frau sich ja nicht entgehen lassen. Da gab’s dann auch ein super Restaurant, Trinity Kitchen. Dort werden immer unterschiedliche Kulturen gefeatured, die ihre Staende auch dementsprechend praesentieren, zum Beispiel mexikanisch, asiatisch, vegan, Gegrilltes, usw. Ich hab mir Ripperl genommen, die den TGI Ripperln schon gefaehrlich Konkurrenz machten. Superlecker war’s und das Ambiente wirklich cool, trotz Fast-Food-Flair, also empfehlenswert fuer Leeds-Besucher. Anschließend ging es ins daneben gelegene Bradford, zum National Media Museum. Das ist ein absolutes MUSS fuer Yorkshire-Besucher! Das Museum ist – man glaubt es, oder nicht – gratis, und besteht aus 6 Stockwerken mit diversen Sonder- und Dauerausstellungen ueber das Internet, Photographie, Computer, Film- und Animation, Licht, und und und. Ein Traum! Ein Raum voller Kameras aller Art? Paradiesisch! Weniger cool? Die Tatsache, dass ich so fasziniert von allem war, dass ich irgendwo mein Kameratascherl (gluecklicherweise ohne Kamera) inkl. 20 Pfund liegen hab lassen, und die nie wieder aufgetaucht sind. Somit doch nicht so gratis. Um 18:20 sahen wir uns ‚Everest‚ im IMAX an – mein erster IMAX Besuch seit meiner Kindheit, ich hatte schon vergessen, wie herausragend die 3D Qualitaet im Vergleich zu herkoemmlichen Kinos ist. Wir fuehlten uns, als waeren wir selbst in den Bergen. Der Film selbst war durchgehend spannend und absolut deprimierend, hinterlies mich mit einem seltsamen Gefuehl, aber sehr empfehlenswert.

Anschließend fuhren wir zu Westbourne Spice, einem indischen Restaurant, bei dem wir noch dazu eine sehr nettes Feedback hinterliesen, das dem Kellner ein Grinsen ins Gesicht zeichnete…:

IMG_1552Die erste Nacht verbrachten wir auf einem Campingplatz in Otley. Das Zelt war eng, aber es ist sich alles irgendwie ausgegangen, und ich schaffte es sogar, einen einigermaßen erholsamen Schlaf zu haben.

Oh, und: Krispy Kreme Donuts sind ein Muss! Sowas gutes! Da gab’s z.B. Reese’s (diese Erdnussbuttersuessigkeiten aus Amerika) Donuts. Und 728 (sorry Dad) andere Sorten.

22.09.

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Tag 2 der Rundreise fuehrte uns erst zum 676 Hektar großem Ilkley Moor, wo sich die bekannte Felsformation ‚Cow and Calf‘ befindet. Der Legende nach floh ein Riese vor seiner Frau und stieß mit dem Fuß versehentlich gegen das Kalb, trennte es somit von seiner Mutter. Die Felsen sind jedenfalls wie immer Julie’s paradise zum Rumkraxeln und Klettern. Beim Kalb soll man auch hinaufklettern, und dann wieder ein Stueck hinunter und springen. Ich saß ne Weile auf dem Absprungplatz und starrte skeptisch hinunter zu Rob, um aber dann doch wieder zurueck zu klettern und den normalen Abstieg zu waehlen. Von oben sieht immer alles so viel hoeher aus, als es wirklich ist.

Unterwegs nach Knaresborough (ungefaehr ‚Nezbra‘ ausgesprochen, und wenn mans dann noch im Yorkshire Akzent gestalltet ‚Naeeeeezbraaaa‘. Die ziehen ja alles so in die Laenge.) kamen mir einige lustige Dinge unter. Zum Beispiel gibt es zahlreiche ‚Honesty Boxen‘ in Yorkshire, wo Leute einfach selbst Gebackenes, oder frische Eier, etc. hinaus stellen und daneben ein Kasterl zum Geld einwerfen. Scheint zu funktionieren. Wir haben uns jedenfalls Eier fuer’s Fruehstueck am naechsten Tag gekauft. Ist auch billiger als im Geschaeft. Außerdem scheinen die Restaurants einen Febel dafuer zu haben, Kulturen zu mischen. Bei Greek und Turkish macht es ja Sinn, da sich die sowieso nicht einigen koennen, wer was zuerst erfunden hat (man bedenke Baklava, Kebap und Gyros,…), aber was hat ein Mexitalian Restaurant zu bieten? Tortillas Bolognese? Pizza mit Chili Con Carne drauf?
Spannend sind auch Schoenheitssalons/Friseure a la ’50 Shades of Beauty‘ (ob nach 50 Shades of Grey wohl so manche Moechtegern-Anastasias dort aufgekreuzt sind in der Hoffnung ihren Christian zu finden?) oder ‚Curl up and Dye‘ – ein absolut gelungenes und koestliches Wortspiel, mit extra-Spaß fuer eine ewiglich Sprachen analysierende Linguistik-Studentin, danke dafuer, aber ich bin mir nicht sicher, ob der Friseur so zuverlaessig klingt. Hat einen Sweeney Todd’schen Beigeschmack.

Am Weg blieben wir bei einer Bruecke stehen um unten am Fluss die Enten zu fuettern, die uns nach einiger Kennenlernzeit sogar aus der Hand fraßen. Und – natuerlich – in der Yorkshire Ice Cream Factory. Ich denke jetzt noch sehnsuechtig und mit Entzugserscheinungen zurueck an diese wunderbare Eiscreme. Ich muss sagen, mindestens genauso gut wie Red Boat. Ich hatte ‚Chocolat Fudge Brownie‘ (mit ganzen Brownie Stuecken) und ‚Key Lime Pie‘. Yum! Es gab auch ‚Birthday Cake‘, mit Kuchen- und Fondant Icing Stueckchen drinnen, das wurde gleich fuer den naechsten Tag eingeplant. Bei der Factory, die außen aussieht wie ne kleine Country-Stadt und innen einfach prototypisch Amerikanisch, gab es auch einen Heuschuppen mit Spielplatz, einmal fuer Kinder, und einmal fuer Erwachsene. Mit Heurutsche, Seilschwingen, und Heuballen zum Kraxeln und Runterhuepfen. Erinnerte mich an die Zeit, als ich noch nicht feige war, und Saltos von Heuballen ins Heu gemacht hatte. Heute war ich schon froh, ueberhaupt mal hinauf zu kommen. Besser noch als Rob, der kletterte mit seinem Beinmuskelkater muehsamst kompliziert hinauf und blieb gleich liegen.

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In Knaresborough angekommen, wanderten wir entlang des Flusses unter einem der, in Yorkshire zahlreich vorhandenen, Viadukte durch zu einem Bootsverleih. Wir nahmen uns ein Ruderboot und ich ruderte uns den Fluss Nidd entlang, bis es nicht mehr weiterging. Ja, ich. Rob versuchte es ein bisschen, und war dann bald muede. Vorbeirudernde Maenner lachten und gaben mir nen Daumen hoch. Den Rueckweg nahm aber dann doch Rob in Angriff und verbesserte seine Ruder-Skills durchaus in Richtung Amateurliga!

Anschließend besuchten wir Mother Shipton’s Cave. Ursula Sonthiel, beziehungsweise Mother Shipton, wurde dort 1488 geboren, nachdem ihre Mutter aus Knaresborough vertrieben wurde, weil sie die Identitaet des Vaters nicht preisgeben wollte. Ursula hatte das Erscheinungsbild einer typischen Hexe und wahrsagerische Faehigkeiten. So sagte sie zum Beispiel den Brand in London, den Tod diverser Leute, und auch das Ende der Welt hervor. Naemlich dann, wenn die Bruecke in Knaresborough ein drittes Mal einstuerzte. 2 Mal ist es schon passiert, seitdem wird sie genauest beobachtet und dauer-saniert. Eine ihrer weiteren Vorhersagen:

Carriages without horses shall go.
And accidents fill the world with woe.

Around the world thoughts shall fly
In the twinkling of an eye…

Under water men shall walk,
Shall ride, shall sleep, shall talk;

In the air men shall be seen
In white, in black, and in green.

Iron in the water shall float
As easy as a wooden boat.

Besonders sehenswert ist bei ihrer Hoehle die versteinernde Quelle (euer Hirn mag euch nun ausgetrickst haben und automatisch versteinerte lesen, aber nein, es war tatsaechlich eine versteinernde Quelle). Das Wasser dort ist derart mineralhaltig (Kalzit), dass Besucher dort Gegenstaende aufhaengen koennen, die binnen weniger Zeit komplett versteinert werden. So unter anderem auch die versteinerten Teddys. Diese brauchen lediglich drei Monate dazu. Dahinter gibt es eine kleine Hoehle mit einem Wunschbrunnen, die rechte Hand wird ins Wasser gehalten waehrend der Wunsch gemacht wird, und darf danach nicht abgetrocknet werden. Das Wasser soll also natuerlich trocknen. Rob musste seinen Wunsch 3 Mal machen. Erst ging er hinein und hielt die Hand unter die Wassertropfen, anstatt in den Brunnen, dann ging er hinein und wuenschte sich etwas mit der linken Hand im Wasser. Beim dritten Mal hat’s geklappt.
Neben der Hoehle gibt es auch einen großen Wald, mit einigen der hoechsten Buchen im Land, die unglaublich gerade hinaufwachsen. Die aelteste steht seit 1739 dort. Ueberall am Weg sind Baumwesen, Engel und Grimassen ins Holz geschnitzt. Sehr maerchenhaft.

Zu guter Letzt spazierten wir noch hinauf zum Schloss, von wo man eine atemberaubende Aussicht ueber die kleine Stadt hatte. Eine der schoensten Staedtchen, meiner Meinung nach. Alles sehr romantisch und verspielt.

Unsere Reise fuehrte uns weiter nach Harrogate, ins Montpellier Quarter. Alles war sehr fanzoesisch, inklusive Dekoration, Shops und dem kuenstlerischen Flair des Originals in Paris. Wir passten uns dem Luxus an und speisten in Betty’s Tearooms. Nobel, teuer, und wir in Alltagskleidung, next to Anzugtraegern. So gehoert es sich.

Das Abenteuer beendeten wir fuer den Tag auf unserem Camping Platz. Erst stellten wir unser Zelt auf, dann gab es Tee im nahegelegenden Pub (‚Tea, please.‘ – ‚Pardon???‘ – ‚Tea.‘ – ‚TEA?‘, der hat es nicht gepackt, dass ich kein Bier wollte.), und zuletzt eine halblegale Nacht-Hoehlenwanderung. Legal weil die Hoehle zum Campingplatz gehoerte, offen war, und Helme bereitlagen. Nur halb, weil die Hauptbegehungszeit untertags mit Eintrittstickets ist. Der Camping Platz war ein Platz fuer Abenteurer. Untertags wurde, neben der Hoehlenbegehung, Gorge walking angeboten, sprich Canyoning, Wassersportarten wie Kayak fahren, Hoehlenkletterei, Klettersteig-aehnliche Aktivitaeten und soweiter. Die Hoehle selbst lag unter dem Camping-Platz und war ein kleines Koenigreich Narnia. Denn der Zugang war ein Kasten. Danach ging es den Bach entlang immer weiter hinunter und letztendlich unter den Camping Platz. Innerhalb von 5 Minuten waren wir wieder draußen, aber gruselig war es schon. Es war stockfinster, wir hatten nur unsere Taschenlampen, und wir waren absolut alleine am Campingplatz. Außerdem hatte sich vor vielen Jahren in genau dieser Hoehle ein Serienkiller versteckt, das machte es nicht besser. Die Geschichte erzaehlte mir Rob gluecklicherweise aber erst DANACH. Der Ausgang befand sich ein paar Meter entfernt von dort, wo wir unser Zelt aufgestellt hatten. Wir waren irgendwo im Nirgendwo, wir konnten unendlich viele Sterne sehen und es war absolut still und schoen. Der perfekte Campingplatz, unbedingt weiter zu empfehlen fuer Abenteuerlustige!

23.09.

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Nach einer etwas kuehlen Nacht ging die große Fruehstuecksmachaktion los. Ein Topf, ein Camping-Kocher, eine Julie – gekochte Eier, angebratene Champignons, und 2 Dosen Heinz Beanz. Wie lange das Ganze gedauert hat erwaehne ich jetzt mal nicht. Nach dieser Staerkung suchten wir erstmal jemanden, bei dem wir die Campingplatz Gebuehren zahlen konnten. Fanden aber niemanden (wir haben’s ja versucht!). Somit bauten wir das Zelt ab und fuhren in die Stadt zum aeltesten Sweet Shop der Welt, dort haben sich schon 1827 kleine Kids die Nase an den Scheiben plattgedrueckt und gehofft, dass sie dadurch auch etwas abbekommen.

Den Tag widmeten wir den Yorkshire Dales, ausgehend von Malham begannen wir unsere kurze Wanderung. Das Wetter war in Ordnung, somit beschlossen wir, auf einer kleinen Insel in der Mitte eines Baches zu picknicken, eher es Richtung Malham Cove ging. Malham Cove ist eine 80 Meter hohe Felswand und DAS Kletterparadies in Yorkshire. Am Fuße der Wand hatte sich bereits eine kleine Menschenmenge angesammelt, die gebannt auf zwei Kletterer in der Wand starrten. Wahnsinns Technik, super hoch, mega schwer. Noch weit entfernt fuer mich, aber ich MUSS dort einfach nochmal mal hin. Rob war auch sehr gebannt und ging a la ‚Hans guck in die Luft‘ ein paar Schritte vorwaerts, rutschte auf dem nassen Stein aus und legte eine nette Showeinlage hin fuer mich. Was tut frau in so einer Situation? Natuerlich, sie zueckt die Kamera, lacht, und fragt erst dann, ob alles okay ist. Wir gingen den herkoemmlichen Weg fuer Nicht-Kletter-TouristInnen hinauf zum Felsplateau und genossen die Aussicht, die durch den Nebel ihren eigenen Flair hatte. Unser weiterer Spaziergang fuehrte uns ueber Wiesen hinein zur „Gordale Scar“, einer Schlucht mit kleinem Wasserfall. Auch hier gab es diverse interessante Klettermoeglichkeiten, so zum Beispiel war eine kleine Hoehle im Felsen nur auf diese Art zugaenglich. Irgendwann… Das letzte Wanderziel war Janet’s Foss, ein Wasserfall in einem kleinen naturbelassenen Waeldchen. Hinter dem Wasserfall soll sich eine Hoehle befinden, in der die Elfenkoenigen lebt. Die Hoehle war tatsaechlich da, aber leider nicht wirklich zugaenglich, ohne weitere – etwas schmerzhaftere – Stuerze ins Wasser zu riskieren.

Abends fuhren wir zu Rob’s Mum nach Selby. Diese wohnt in einem groeßeren Mobilheim. Ich hab die bewohnbaren, richtigen Heime noch nie gesehen von innen, war also alles sehr aufregend. Es gibt sogar 2 Schlafzimmer, eine Abstellkammer, eine Kueche, ein geraeumiges Wohnzimmer, ein Bad, und ein großes Vorzimmer, was braucht man mehr. Um ein Schnaeppchen zu erwerben (vergleichsweise zu einem Haus), und sogar mit Mini-Gaertchen. Dort kochte Rob Spaghetti fuer uns, und seine Mum Nachspeise, wir genossen die warme Dusche und ein richtiges Bett, mit Platz.

24.09.

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Nach einer erholsamen, warmen und trockenen Nacht fuhren wir zum Café von Rob’s Mum in Selby: Little Miss Muffin Tearooms. Absolut empfehlenswert! Sie hat den Shop so schoen dekoriert, die Atmosphaere ist warm und freundlich und Rob’s Schwester, die unten am Counter arbeitet, ist soooo lieb. Ich hab sie gleich ins Herz geschlossen, als wir feststellten, dass sie genauso suechtig nach Eiscreme ist wie ich. Guter Geschmack! Das Fruehstueck war auch super, und danach durften wir noch 2 verschiedene Kuchen probieren, alles auf’s Haus. Gut gestaerkt machten wir uns nach einem Abstecher in die Selby Abbey (der Hauptgrund fuer saemtliche ChinesInnen nach Yorkshire zu reisen, da dort der Michael Jackson Chinas geheiratet hatte: Jay Chou) auf den Weg zum Designer Outlet McCarthy (das gibt’s auch dort), um den Park&Ride Service nach York in Anspruch zu nehmen. Nicht ohne vorher noch durchzuschlendern. Ich stellte fest, wie anfaellig Rob fuer Werbung ist, als ein kleiner Quadcopter – der kleinste der Welt; Hubsan Q4 – vor unserer Nase herumflog und ihn direkt in ein Geschaeft hinein lockte. Rob hatte ja schon immer neidisch die Quadcopter Familie meines Vaters beaeugt und nun konnte er sich nicht mehr zurueck halten. Mein Dad genauso wenig, der mir, sobald er von dem Kauf erfuhr, eine Fuelle an Links und guten Ratschlaegen, Fotos und Bedienungsanleitungen fuer Rob zukommen lies. Diese Kinder! Mit dieser Begeisterung konnten wir endlich nach York, wo unser erster Planpunkt der Dungeon war. Eines der besten Sightseeing-Angebote die ich jemals wahrgenommen habe. Die Schauspieler, Kostueme, Raumgestaltung, Geschichten waren alle top und ließen keinen Spielraum fuer Langeweile. Das Publikum wurde mehr oder weniger freiwillig mit einbezogen, und schon beim Hineingehen, bekam man eine Straftat fuer ein Erinnerungsfoto zugeteilt: Rob war der Schaf-Dieb, ich lediglich die Augenzeugin die ihn beschuldigte. Bevor die Fuehrung losging, blieb noch kurz Zeit das Klo zu besuchen, welches eine Attraktion fuer sich ist. Nichtsahnend verrichtete ich mein Geschaeft, als eine lachende Frauenstimme aus den Lautsprechern verkuendete: „hahaha, it’s very tiny!“. Kurz war ich verwirrt und glaubte aufgrund der Aussage, mich irrtuemlich im Herrenklo zu befinden. Allerdings wurde das Tonband in beiden WC’s abgespielt. Das Klo selbst war auch recht gruselig gestaltet. Ich haette ja nie gedacht, dass ich in meinem Blog einmal ein Klo empfehle, aber ja, ich empfehle es, in diesem Klo vorbeizuschauen! 😉 Als die Geschichte voran ging und wir zu einer verrueckten Dame in die Folterkammer kamen, wurde auch Rob zum Opfer der Publikumsbeteiligung und musste auf den Folterstuhl. Dort wurde ihm alles moegliche abgezwickt. Naja, fast. Denn bei einer Stelle meinte die Folterin lediglich, dass ihr Werkzeug dafuer zu groß waere. Britischer Humor. Gleich im naechsten Raum; im Gerichtssaal, erwischte es ihn wieder. Er wurde dafuer verurteilt, als Frau verkleidet in einem Pub herum tanzend andere dazu verfuehrt zu haben mitzumachen. Ich war wohl unschuldig genug, um die ganze Tour almost publikumsunbeteiligt zu ueberleben, bis auf einen kleinen Moment, in dem ich etwas ganz Banales gefragt wurde und in meinem Schock mit verwirrtem Gesicht zur Belustigung aller einfach nur „I don’t know“ antwortete. Damit hatte ich einfach nicht gerechnet.

Nach dieser aufregenden Tour wollten wir eigentlich zu einer Walking Tour gehen, doch beim Treffpunkt tauchte aus welchem Grund auch immer niemand auf. Somit gab’s Fish & Chips und danach einen ausgiebigen Spaziergang durch die Stadt, der aufregender nicht sein konnte. Wir kamen naemlich an einem Katzengeschaeft- und Gallerie vorbei; eigentlich 5 Minuten nach Geschaeftsschluss, aber meine großen Kulleraugen und Rob’s nettes Nachfragen ermoeglichten uns kurzen Eintritt, und mir, ein Schild mit einem Spruch und Katzenminze’schokolade‘ fuer meine zwei Suessen zu erwerben. Und in diesem Geschaeft lag ein Flyer zu einer außergewoehnlichen Selbstfuehrungs-Tour durch York auf (bitte einmal einen Klick auf den Link, dann muss ich nicht hier alles erklaeren). Die Kaetzchen zu suchen machte mehr und mehr Spaß und es entwickelte sich ein kleiner ‚Wer-sieht-die-Katz‘-zuerst‘ Wettbewerb zwischen Rob und mir, den ich ganz knapp gewann (wenn er das jetzt mit Google-Translate liest, wird er es natuerlich bestreiten).  Manche Katzen waren wirklich schwer zu finden, was umso mehr Spaß machte. Somit bekamen wir auf spielerische Art und Weise York zu sehen, schlenderten auch durch die Gaerten, spielten mit Eichhoernchen und verbrachten einen tollen Nachmittag und Abend in der Stadt.

Urspruenglich wollten wir danach ja zurueck nach Wales aufbrechen, beschlossen aber, noch spontan einen Tag dranzuhaengen und quartierten uns abermals bei Rob’s Mama ein, wo er erstmal stundenlang mit seinem Quadcopter herumspielte. Ausklingen ließen wir den Abend mit einer Folge von The Great British Bake Off, einem Kiwi-Lime Cider und einem Apple-Toffee Cider aus einem Bier-, Ale-, und Cider-Geschaeft in York.

25.09.

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Unser Fruehstueck gab’s wieder im Cafe – diesmal war ich aber vom gemaestet werden der letzten Tage bereits so satt, dass ich das richtige Fruehstueck uebersprang und mich sofort dem Kuchen widmete, mit der Aussage: „Actually, I’m not hungry. But I could still do with a cake.“, offenbar ein Grund weswegen mich Rob’s Schwester gleichmal als Familienmitglied deklarierte (weil ich da gut hineinpasse).

Anschließend fuhren wir ins XScape – ein ziemlich cooler Ort fuer Spaß und Abenteuer, mit eigenem Indoor-Skiing, Kino, Bowling, Skate Park, Trampolinen, Laser Spielen und – dem eigentlichen Grund unserer Hinfahrt – einem 4D Mini-Golf. Mit 3D Brillen auf den Nasen und den Schlaegern bewaffnet kaempften wir gegen Meeresungeheuer und Piraten, die unsere Baelle schluckten. Mir war nachher ganz schwindelig, aber es war ein Erlebnis fuer sich. Bevor es heimwaerts nach Wales ging, hielten wir im Yorkshire Sculpture Park, mit der Hauptattraktion ‚Poppies‘ – der Skulptur einer Mohnblumen-Welle eine Bruecke hinunter, die nur temporaer dort zu sehen war und zahlreiche Besucher lockte. Mohnblumen sind ein Symbol des Remembrance Day’s fuer diejenigen, die im ersten Weltkrieg verstorben sind, da 1914 die Mohnblumen die einzigen Blumen waren, die noch auf den Schlachtfeldern wuchsen.

Die Heimfahrt war sehr lang, da wir ewig im Stau standen und als ich endlich bei Hannah ankam, blieb mir nur kurz Zeit mich umzuziehen und sie abzuholen, um mit ihr gemeinsam zum monatlichen Ceilidh im Club Academi zu fahren. Ganz in alter Tradition erwarteten mich Marcel und Gregg dort, und der Abend war wie immer ein Riesen-Spaß. Die Ceilidh-Tanzabende sind mittlerweile bei Weitem besser besucht, als sie es zu meinem Auslandssemester waren.

26.09.

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Strahlender Sonnenschein und absolut warmes Wetter erwartete uns am Samstag, weswegen Hannah, Chris, Alex und ich nochmals zum Holyhead Mountain klettern fuhren. Die Highlightroute des Tages war ‚Elephant’s Arse‘, man beginnt außen hinauf zu klettern, kommt dann durch einen Loch im Felsen in eine groeßere Hoehle von wo aus weiter hinauf geklettert wird. Alex stieg vor. Alex ist etwa so klein und zierlich wie ich, hat aber breitere Schultern. Intelligenterweise versuchte er genau mit diesen voran durch’s Loch hindurch zu kommen, und blieb somit fest verankert im Felsen stecken. Dort hing er dann erst mal zehn Minuten, drehte und wendete sich, man sah nur Hintern und Fuesse, und er kam weder vor noch zurueck. Unter Schmerzensschreien und diversen Man-Grunts schaffte er es irgendwann doch. Ich war die naechste, stieg hinauf, drehte mich zur Seite, hiefte mich hoch, drueckte mich ab, war drinnen. Keine Ahnung wie ich das geschafft hatte, nachdem ich gefuehlte 15 Minuten Alex beim Abstrampeln zugesehen hatte, dachte ich naemlich eigentlich schon, dass ich genauso lang brauchen wuerde. Und das nach zwei Wochen mit Rob und gutem Essen und gefuehlter 10kg-Gewichtszunahme. Hannah kam hinterher, brauchte nur etwas laenger als ich, und stellte sich um etliches geschickter an als Alex. Alex leckte inzwischen seine Wunden, er hatte ueberall Aufschuerfungen und blaue Flecken an den Armen und Rippen und wollte nicht mehr weiterklettern, weswegen Chris sich auch noch zu uns gesellte. Es war von unten bestimmt fuer alle eine gute Nachmittagskomoedie dabei zuzusehen, wie diverse Hintern in einem Felsloch steckten und die Beine die dran hingen wild herum strampelten. Zur Illustration habe ich ein passendes Video gefunden. Der Rest der Route war ebenfalls nett, innerhalb dieser Hoehle hinauf zu klettern war ein ganz anderes Erlebnis. Wie immer begleitet von meinen absolut (un-)damenhaften Kletter-Aechzern.

Den Abend verbrachten wir zusammen mit Kate, Rob und Anna im Tap&Spile Pub und anschließend noch bei Alex und Kate daheim, mit wie immer amuesanten Gespraechen.

27.09.

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Nach einem Fruehstueck mit Rob und Jo und meiner letzten Red Boat Eiscreme am Pier ging es Nachmittags nochmal in die Halle, eh klar, Sonntag. Das Boulder Aggregate (eine Art Wettbewerb, wo alle Routen nummeriert sind und man einen Zettel zum Abhaken bekommt, am Schluss der mehrwoechigen Competition wird gereiht, wer am meisten geschafft hat) hatte begonnen und somit konzentrierten wir uns hauptsaechlich darauf.

28.09.

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Meinen letzten Tag verbrachte ich relativ ereignislos mit Packen, am Hafen sitzen und lesen, Spaziergaengen, diversen Erledigungen und zwei Runden Bezzerwizzer mit Hannah, Rob und Chris in Y Felinheli. Eigentlich wollten wir nochmal klettern gehen, aber wir waren einfach viel zu fertig und hatten einen Mords-Muskelkater.

29.-30.

Die Heimreise war muehsam, nachdem ich alleine unterwegs war, aber auch machbar und ohne irgendeinem Stau oder anderen Zwischenfaellen. Der 29. war doch ziemlich hart, da ich wenig Zeit hatte, zur Faehre zu kommen, fast 5 1/2 Stunden durch nach Dover fuhr und danach aber nochmal genauso lange brauchte, um wieder zu Hannah’s Mum in der Naehe von Frankfurt zu kommen. Dafuer konnte ich am naechsten Tag ausschlafen und hatte nur noch 7 Stunden Wegstrecke, bis ich daheim ankam. In diesem Sinne: Danke fuer’s virtuelle Mitreisen und bis bald!

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