Happy Anniversary

Eine weitere aufrengende Woche…

13.09.

Schnell erzaehlt: Das Wetter hat sich nicht von seiner besten Seite gezeigt, also hab ich den Tag genutzt, um diverses im Haus zu erledigen, zu chillen, Waesche zu waschen und bin mit Hannah und Chris dann von 16-20 Uhr in der Kletterhalle Beacon gewesen. Wir waren alle muede, es war anstrengend, aber hat wie immer Spaß gemacht. Nachher noch eineinhalb Stunden gequatscht und heimgefahren, um mit Rob zu Abend zu essen und Film zu sehen.

14.09.

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Montag’s saßen Rob und ich erst unschluessig herum und wussten nicht was wir mit diesen Nebenschwaden draußen anfangen sollten, beschlossen letztendlich, wenn’s ober der Erde schirch ist, dann gehen wir eben unter die Erde. Somit ging’s zu Mittag ab nach Llandudno, wo wir erstmal etliche Zeit in Buchgeschaeften verbrachten (Waterstones! *-*). Dann fanden wir heraus, dass unser Lieblings-Tapas-Restaurant einen Super-Lunch-Deal hat: 3 Tapas und 2 Drinks, also ein Mahl fuer 2 Personen um 10 Pfund. Na, da kann man ja nicht nein sagen.
Llandudno ist immer noch eine der schoensten Staedte und besitzt so viel Magie wie Brighton. Es ist Brighton ja auch sehr aehnlich, nur dass es zusaetzlich noch einen ‚Berg‘ (in Britischer Hinsicht) gibt: The Great Orme. Rob und ich fuhren dort ganz zum Gipfel und genossen die herrliche Aussicht, ehe es letztendlich wirklich unter die Erde ging, naemlich in die Kupfer-Minen des Ormes. Ich war ja schon in seeeeehr vielen Minen, Hoehlen und Bergwerken, aber das war hier mal ein anderes Erlebnis. Wir hatten naemlich keinen Tourguide, sondern Informationstafeln, die uns oben um die Minen herum und letztendlich in die Minen hinein fuehrten. Die Minen selbst waren viel enger als jene, in denen ich bisher gewesen bin, und eher lauter kleine Schaechte. Es war toll, mal im eigenen Tempo durch so etwas durchzugehen, und nicht schnell schnell von einem Guide durchgehetzt zu werden. Leider durften wir nur in die ersten zwei Level der Mine, aber auch das war ein tolles Erlebnis. Die Mine ist 4000 Jahre alt und die groesste entdeckte praehistorische Mine weltweit. Sie betreiben auch heute noch archeologische Untersuchungen vor Ort.

Abends, waehrend Rob in der Arbeit war, schaffte ich es endlich, Adolfo zu treffen. Wir quatschten 3 Stunden lang im Belle Vue und spielten – mehr schlecht als recht, aber gewannen trotzdem – gegen zwei andere Billard.

15.09.

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What a day! Ich spuere meine Knie jetzt noch. Liam (Rob’s Mitbewohner, der am Vortag eingezogen war), Rob und ich beschlossen, den gefaehrlichsten Berg in Snowdonia zu bezwingen. Gefaehrlich weil viele Leute ihn unterschaetzen, und dann irgendwo drin stecken bleiben und gerettet werden muessen. Den Berg Tryfan geht man naemlich nicht normal hinauf, man scramblet! Was Scrambling ist, ist gar nicht so einfach erklaert, aber prinzipiell ist es eine Mischung aus Wandern und Klettern. Es sind einfache ‚Kraxeleien‘, wuerd‘ ich sagen, sprich, eine Wanderung, fuer die man auch oft die Haende braucht, um voran zu kommen, großteils also ueber Felsen und groessere Bloecke, etc. drueber. Google Bildersuche kann da noch eher helfen! Anyway, wir kaempften uns also ueber Stock und Stein – einen richtigen Weg gab es ja eher nicht hinauf, also einfach mal ganz klassisch: aufwaerts! Immer wieder standen wir auf einmal vor hohen Felswaenden und versuchten irgendwelche Wege da rundherum, oder eben hinauf, zu finden, ab und zu ging’s vom Scrambling ungewollt ins seillose Klettern ueber, aber letztendlich kamen wir immer noch weiter. Am Weg hinauf erfanden wir auch eine neue Art des Selfies, ein ‚Gelfie‘ naemlich. Das entstand, als Liam beschloss, er muesste ein Selfie mit einer Ziege machen – Goat+Selfie, also. Der Gelfie-Wahn war wie ein Virus der rasch auch Rob und mich infizierte und wir kletterten lange dort um die Ziegen herum, um das beste Gelfie hinzukriegen. Rob schaffte eins, wo die Ziegen more or less aus seinem Kopf heraus kommen, und eins gemeinsam mit mir, wo die Ziege wie ein Hut auf seinem Kopf sitzt. Nach all dem Gelfie-Fun erreichten wir auch endlich den Gipfel. Dieser hatte seine eigene Attraktion zu bieten: Die 2 Felsen ‚Adam‘ und ‚Eve‘. Man sollte auf einen der beiden hinauf klettern und dann zum anderen hinueberspringen, das beliebteste Tryfan-Foto-Motiv. Mutig kletterte ich auf Adam hinauf, starrte Eva an, ignorierte die etwa 800m abwaerts rechts von mir, konzentrierte mich auf die 3m abwaerts links von mir, machte einen Schritt, setzte zum Sprung an… und kletterte wieder hinunter. Feig, einfach nur feig. Ich hatte Angst, dass der Felsen zu rutschig waere. Liam kletterte als naechstes hinauf, und stieg hin und her und hin und her. Der musste nichtmal springen. Kleine Leute haben’s schwer. Also probierte ich’s nochmal, diesmal aus Eva’s Richtung. Und I did it! War gar nicht so dramatisch. Eine nette Konversation ergab sich daraufhin mit meiner Großmutter: „Wie hoch war das?“ – „Der Fels? 2 Meter etwa. Hinunter? 800m?“ – „Wer haette dich aufgefangen, haettest du es nicht geschafft?“ – „Der Felsen, wuerd ich sagen.“ – „Na dann bin ich beruhigt.“ 😛
Der Abstieg war der absolute Horror fuer Knie und Nerven, er dauerte ewig und ging durch’s Geroell und einem Haufen Gatsch. Mit nassen Schuhen unten angekommen, konnte ich nur noch mehr humpeln als sonst was, aber dennoch war’s das alles wert. Die Aussicht, der Adrenalin-Kick: Love it! Wiedermal hatte ich dieses wunderbare heimelige Gefuehl, das bewirkte, dass ich am liebsten gleich dort ein Haeuschen hingebaut haette. Das mit dem Zurueckkommen ist schwerer als gedacht!

Abends holten wir Kamilla aus Bangor ab und es gab Greek&Oriental-Food Night. Tsatsiki, Halloumi, Griechischen Salat, Pita Brot, Falafel und Humus. Yum! Als Nachspeise Cream Tea selbstgemacht. Mit meiner very first jam, die langsam dem Ende zu geht. Muss ich wohl noch mehr machen, damit ich auch was davon mit Heim nehmen kann! Außerdem gab’s Drinks und wir spielten Bezzerwizzer, das tollste Wissensspiel ueberhaupt. Nachdem ich dann Kamilla irgendwann heimgebracht hatte und duschen war, fiel ich mehr als erschoepft und mit pochenden Knien ins Bett und war schon lange nicht mehr so froh, endlich zum Schlafen zu kommen.

16.09.

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Mein favourite day so far. Vor allem auch, weil ich ganz viel Neues gesehen hab. Mittlerweile kenn ich ja schon so viel hier in Nord Wales. Ich kann mich zwar nie satt sehen, aber entdecke dennoch gerne neue schoene Orte. Und heute war’s ne Sightseeing-Tour vom Feinsten. Rob arbeitet ja bei Tesco’s als Essens-Lieferant und faehrt somit staendig zu den schoensten Orten und lernt Nord Wales so richtig kennen, also hat er mich heut mal rumgefuehrt.

Der erste Halt war Portmeirion. Es ist ein Feriendorf, welches vom Architekten Williams-Ellis von 1925-1975 erbaut wurde, mit dem Ziel a) zu zeigen, wie schoen man ein Dorf bauen kann, ohne dabei die Landschaft zu ruinieren und b) eine mediterranes Atmosphaere zu erschaffen, dass den Feriengaesten das Gefuehl gibt, in Italien zu sein. Beidem ist ihm mehr als gelungen. Die farbenfrohen Cottages und Villen sind in und auf den Fels gebaut, alles blueht, ueberall sind Skulpturen und nette Dekorationen, es gibt einen Teich mit Springbrunnen, Restaurants, Eis, Gallerien, Gaerten, einen 29 Hektar großen sub-tropischen Wald und eine lange Strandpromenade. Williams-Ellis starb mit 95 und hat bis er 90 war noch Haeuser dazu designed und bauen lassen. Gleich beim Eingang befindet sich das Lieblings-Ferienhaus vom Beatles-Manager Epstein, der sich dort seinen eigenen Kasten hineinbauen ließ. Man kann die Ferienwohnungen auch heute noch bewohnen, sogar einen Pool und ein Spa gibt es fuer Gaeste. Kostet etwa 130 Pfund fuer 2 Personen die Nacht, inklusive Fruehstueck und Abendessen.  Wir fuhren mit einem kleinen Zug durch den Wald und schlenderten durch die Anlagen, beendeten die Tour mit einem Spaziergang an der Strandpromenade. Das Gefuehl, im Badeurlaub zu sein (vor allem auch, weil es wirklich heiß war), war so ueberzeugend, dass ich am liebsten ins Wasser gesprungen waere um schwimmen zu gehen.

Der weitere Weg fuehrte uns à la mobile Sightseeintour per Auto ueber das Schloss Harlech, hinauf auf einen Huegel mit atemberaubender Aussicht, zu einem Sandstrand an dem wir unser Mittagessen genossen, bis hin zum Schloss Criccieth und durch einen schoenen Wald zum Ort Beddgelert und zurueck nach Menai Bridge. Diesmal gab es das Melfie – ein Selfie im Autospiegel, ein Mirror-Selfie.

Um 20:00 Uhr war ich dann bei Marcel und Gregg zum Abendessen eingeladen. Die beiden waren supereuphorisch, Gregg sprang die ganze Zeit um mich herum und sang Lieder fuer mich: „Julie it’s your Birthday, happy Easter Julie, Julie it’s your Christmas, happy Bonfire Night Julie…“ Top! Und mein Zeug (ne riiiiesen-Tragetasche mit Weihnachtsbaum, Weihnachtsdeko, Fotoalben, Infobroschueren, und was weiß ich was da noch drin ist) hab ich auch endlich abgeholt. Als ich im Jaenner Bangor verlassen habe, hatte ich keinen Platz fuer alle Sachen und hab mich ueber Rob, Hannah und Chris, Kamilla und Marcel und Gregg verteilt. Jetzt sollte ich mein Hab und Gut wieder beisammen haben.

17.09.

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Happy Anniversary, Julie! Heute vor einem Jahr hat mein Abenteuer angefangen, und mit ihm das beste Jahr meines Lebens, mit genug Hoehen, um alle Tiefen in den Schatten zu stellen. Mit taeglichen neuen Erfahrungen, Erlebnissen, Freundschaften. So ein Tag musste natuerlich feierlich verbracht werden!

Um 10:15 holte ich Hannah aus Bangor ab und wir erledigten diverse Shopping-Wege fuer das geplante BBQ am Abend. Anschließend war ich der Aufsammeldienst fuer die heutigen Klettermenschen, wir holten Chris, dann Alex und zu guter Letzt Anna. Anna kannten wir alle noch nicht, aber sie hatte online nach KletterpartnerInnen gesucht, und, sie ist Norwegierin. Und unserer norwegischen Anne soooo aehnlich! Sie klettert schon seit 5 Jahren und hatte dementsprechend Erfahrung, super netter Mensch. Passt gut ins Team: „Can we keep her?“ 😀
Heute ging’s zu den Slate Quarries (Schiefer-Steinbruch) in Llanberis. Ich selbst war davor noch nie dort gewesen, und war begeistert. Man kann ueber mehrere Level hinauf gehen, und auf jedem Level sind irgendwelche Klettereien. Ueberall sind Hoehlen und alte zerfallene Steingebaeude und es hat seine ganz eigene Atmosphaere. Das Klettern am Schiefer ist ebenfalls ein Erlebnis fuer sich. Teilweise sieht die Wand einfach nur komplett blank aus, und sobald man klettert finden sich winzige Griffe und Tritte ueberall. Das macht vor allem mir Spaß, weil ich alles liebe, was verlangt, dass die Fingerspitzen eingesetzt werden, das trainiert auf eine ganz andere Art und macht super Spaß! (Außer wenn sie einem irgendwann mitten drin einfrieren und man fast nichts mehr spuert ausser den stechenden, spitzen Schiefer.) Es gab sehr viele sehr reizvolle Routen, die sehr interessante Positionen benoetigten. Besonders spannend war eine, die wir alle ausprobierten, erst mal in der Graetsche hinauf und dann das Knie in einem Spalt einzwicken („Look – no hands!“), um die Haende hoeher hinauf zu bekommen (Gut, Anna musste das nicht unbedingt tun, aber kleine Menschen nunmal schon!). Als Kriegs-Trophae hab ich mir ein kunterbuntlilaschwarzblaues Bein mitgenommen. Sexy! Aber soooo viel Spaß!

Um 17:00 fuhren wir dann zurueck, Katzenwaesche betreiben, waehrend Hannah, Chris und ich das BBQ vorbereiteten, zu dem dann zusaetzlich noch Alex’s Freundin und Rob dazu kammen. Es gab Wein, Zucchinikuchen, Chocolate Chips Cookies, Fleisch, Gemuese aller Art, Halloumi, Tsatsiki, Chips,… das große Fressen mit allem drum und dran eben – bis uns schlecht wurde. Danach eine Runde Bezzerwizzer, die Hannah und ich mit Stolz gewannen (auch wenn das auf unsere „Geheimsprache“ – Deutsch – geschoben wurde). Ein wunderbarer 17. September! Besser als letztes Jahr, da saß ich naemlich den gesamten Tag im Flugzeug und im Bus, und verbrachte meine erste Nacht am Bitch Hill, mit Leuten die Muelltonnen benutzten um vor meinem Fenster den Huegel hinunter zu fahren. Jaja, Erinnerungen…

18.09.

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Heute war’s eher gemuetlich. Am Vormittag haben Rob und ich mit unser lieben Anne geskyped, schon seit Maerz nicht mehr getan, und zu Mittag dann Hannah abgeholt um nach Beddgelert zu fahren. Dort war ich zuletzt auf einer Busrundreise am 27.09.2014 und wir hatten damals nur 30 Minuten Zeit, also wollte ich unbedingt wieder kommen. Die Geschichte zur Stadt moechte ich nicht nochmal wiedergeben, die ist naemlich deprimierend. Befindet sich am Grabstein des Hundes, um den es darin geht. Oder im damaligen Blogeintrag.

Diesmal spazierten wir um einiges weiter – und gut war’s. Erst geht’s naemlich ueber Wiesen, die nicht allzu spektakulaer wirken, am Bach entlang. Bis man auf einmal ueber kleine von Pflanzen aller Art umwachsenen Felswegen spaziert, ueber Bruecken und Stege und Dampflokomotivenschienen. Wunderschoenst! Da Rob aber Abends arbeiten musste, gingen wir nicht allzuweit und stoppten bei einem stockfinsteren Hoehleneingang. Mit Hannah’s Stirnlampe bewaffnet begaben Rob und ich uns hinein, waehrend Hannah draußen wartete. Nach einigen Schritten durch widerliches Gatschwasser watend – mit Converse (inklusive obligatorischer Loecher) und Stofflatschen – beschlossen wir, mal mit Gummistiefeln wieder zu kommen. Irgendwann – naechstes Jahr.

Der Abend gestaltete sich fuer mich ebenfalls gemuetlich. Blog finishen, 2 Glaeser mit Apfel-Brombeer-Marmelade befuellen, putzen, essen, und so ein Zeug. Nichts Aufregendes.

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