21.07.2014 – Day 18

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Da wir nicht entdeckt werden wollten, standen wir heute schon um 07:00 Uhr auf, packten alles zusammen und fuhren in die Innenstadt von Dun Laoghaire. Diese schlief immer noch tief und fest und erst gegen 08:00 Uhr machten die ersten Cafés und Geschaefte auf. Wir schlenderten daher nochmals bei Tageslicht durch die Gassen und zum Hafen hinunter und setzten uns um 08:00 zum ersten Mal in Irland in ein Café um zu Fruehstuecken. Danach begann der totale Shoppingrausch, vor allem das Buchgeschaeft war nicht sicher vor uns. Mit Kinderbuechern (und „Love that Dog“ von Sharon Creech – ich liebe dieses Buch!), irischen CDs und zwei DVDs eingedeckt kauften wir noch ein Geschenk fuer eine Freundin, gaben eine Postkarte auf und schmoekerten hier und dort in den Geschaeften. Danach wurde es allerhoechste Zeit hinueber nach Sandycove zum Martello – oder heute James Joyce – Tower zu fahren. Es ging uns weniger um das Joyce Museum, dass wir uns im Vorbeigehen aber gerne ansahen, sondern eher um die Attraktion, den Forty Foot Bathing Place, in der Bucht dort. Mein Reisefuehrer (Nowak und Knoller, GAIA, S.82, 83) beschreibt das folgendermaßen: „Hierher kommt man eigentlich nicht wegen des Badens, sondern wegen der Menschen, die an dieser Stelle ins Wasser steigen: Abgehärtete Originale – meist Männer in fortgeschrittenem Alter – nehmen hier rund ums Jahr ihr Bad. Dass das Wasser im Winter nur noch fünf Grad ‚warm‘ ist und im Sommer die Temperatur kaum über die Zwölf-Grad-Marke steigt, stört dabei niemanden. Damen dürfen hier übrigens erst seit knapp 30 Jahren baden, ursprünglich war Forty Foot nämlich ein ‚Gentlemen Bathing Place‘.“ Nun, wir nahmen den Reisefuehrer nicht beim Wort und kamen tatsaechlich wegen dem Schwimmen, und nicht um alte Maenner zu betrachten, zum Bathing Place. Wir zogen uns beim Auto auf der Straße um – zur Freude diverser Passanten und vorbeifahrender Autofahrer – und gingen hinunter zur Bucht. Kaum waren wir dort, versteckte sich die Sonne hinter den Wolken, sehr motivierend! Geli war die erste von uns, die mutig ihre Zehen ins Wasser streckte. „No hesitating,“ das war die einzige Moeglichkeit, den Sprung ins Wasser zu wagen. Und Geli hielt sich an diesen Tipp, den wir uebrigens von der Dame an der Rezeption im Joyce Tower erhielten, als sie meinte, sie selbst wuerde es nie schaffen, hinein zu gehen. Sie machten einen kleinen Plantscher im Wasser und war flux wieder draußen, die Kaelte tat ihrem Knie nicht sonderlich gut. Als naechstes war dann wohl ich dran. Ich ging zusammen mit einem jungen Maedchen die Stufen hinunter, beide standen wir etwas verloren da und hofften, dass die Sonne wieder herauskaeme. Ich beschloss, mit ihr gemeinsam auf drei ins Wasser zu gleiten, als ich bei drei drinnen war, stand sie immer noch draußen und lachte. Tja, soviel zu Teamwork! Ich fand es aber dann sogar recht angenehm und waere die Sonne da gewesen, haette ich mir eine kleine Schwimmrunde durchaus vorstellen koennen. So verblieb ich aber genauso kurz im Wasser und war schnell wieder im warmen Badetuch eingewickelt. Verrueckt, diese Ir(r)en! Aber es hatte Spaß gemacht und Leute – seid mutig, macht es, es ist das Erlebnis und den Stolz danach wert! Gehoert auch ihr zu den abgehaerteten Originalen ;-).

Kaum saßen wir wieder im Auto, begann es zu troepfeln – abermals war das Wetter also auf unserer Seite, wie abgemacht: Sind wir drinnen, darf es schirch sein, sind wir draußen, muss es schoen sein. Darum kam die Sonne auch wieder heraus, als wir in Kildare beim National Stud & Japanese Garden ankamen. Das Gestuet war war jetzt nicht so aufregend, es waren kaum Pferde draußen und jedes stand einzeln auf einer eigenen Weide herum. Die Informationen im Museum ueber Zucht und Rennsport waren ganz okay, aber ich hatte mir eigentlich mehr erwartet. Toll waren aber die Gaerten. Erst gingen wir durch einen irischen Garten, der so gestaltet worden war, dass der Besucher den Einklang mit der Natur finden kann. Der Japanische Garten war aber das wahre Highlight. Er stellte die Lebensgeschichte eines Menschen dar. Am Anfang ging man durch das Tor des Vergessens, denn man vergisst, sobald man auf die Welt kommt. Dann befand man sich in einer dunklen Hoehle, die die Unwissenheit des Menschen in der Kindheit darstellen sollte und hinauf auf eine Felsspitze fuehrte, wo man die erste Erkenntnis bekam und sich dann auf den Pfad der Jugend begab. Dieser war abenteuerlich und aufregend, wir gingen auf einem rutschigen Steinpfad im Wasser voran. Danach trafen wir auf unsere große Liebe, mit der wir gemeinsam nach dem Brunnen der Weisheit suchten, nach einer Verlobung und einer Hochzeit. Da es auch in Beziehungen ab und zu Krach gibt, trennten sich die Pfade hin und wieder, letztendlich mussten wir auch eine Enttaeuschung erleben (wir befanden uns gegenueber vom Brunnen, aber dazwischen war ein Bach, also ein symbolischer unueberwindbarer Fluss) und einen Berg erklimmen, von dem wir unseren bisherigen Weg reflektieren konnten. Dann kamen wir endlich zum Brunnen der Weisheit und von da an wurde der Pfad ruhiger und weniger abenteuerlich, wir kamen an den Stuhl des Alters und letztendlich legten wir uns unter Trauerweiden zur Ruhe. Der Ausgang symbolisierte dann das Tor in die Ewigkeit. Das war wirklich eine schoene symbolische Darstellung des Lebens, man konnte am Anfang auch zwischen dem einfachen Weg und dem, den ich beschrieben hatte, waehlen. Der einfache Weg ließ glitschige Steine und Bruecken und Felsen aus, fuehrte also eher nur um den Garten herum.

Nach Kildare hatten wir nicht mehr viel Zeit, wollten uns aber noch die Stadt Kilkenny ansehen, da sie angeblich so schoen sein soll. Wir fuhren dort also noch hin, schlenderten durch das – wirklich extrem schoene – Schloss und die Gassen, fanden uns abermals in einem Buechergeschaeft wieder – und mussten uns dann schweren Herzens langsam von Irland verabschieden. Denn die letzte Fahrt in Irland fuehrte uns nur noch nach Rosslare zu Faehre. Wir kamen auch an unserem Pub, in dem wir Karaoke gesungen hatten, vorbei und stellten fest, dass die Zeit viel zu schnell vergangen war. Wehmuetig kehrten wir Irland den Ruecken zu, als wir in die Faehre hineinfuhren. Es war eine wirklich tolle Zeit und ich bin mir sicher, dass wir wiedermal kommen werden (allein schon, um Dublin wirklich anzusehen).

Die Faehre fuhr heute nur 3, statt vier, Stunden und wir verbrachten die ganze Fahrt damit, zu schlafen, da wir nicht wussten, wo und ob wir nachher irgendwo in England schlafen koennten. Gluecklicherweise war da aber noch unser Leprechaun mit am Weg, sobald wir von der Faehre runter kamen, fuhren wir einfach mal in eine Gasse hinein, und obwohl es schon nach Mitternacht war, sahen wir eine Frau gerade beim Eingang von einem Bed and Breakfast stehen. Sie hatte noch ein Zimmer fuer uns – und was fuer eines! Das war der reinste Luxus, mit riesemgroßen Bad, Kaesten, Spiegeln, zwei Waschbecken, Keksen, Duschzeug und toooollen warmen Betten. Der Preis war aber auch dementsprechend hoch mit 75 Euro, aber das war uns in dieser Nacht herzlich egal.

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