06.07.2014 – Day 3

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Die zweite Nacht im Zelt war schon recht unangenehm, da es sich mit Wasser vollgesogen hatte und es sehr feuchtelte. Aber dennoch habe ich bei Weitem besser geschlafen als die Nacht zuvor. Wir hatten unsere Faehre um 14:30 zu erwischen und wollten daher rechtzeitig den Campingplatz verlassen. Leider war immer noch niemand an der Rezeption und wir beschlossen daher, einfach zu fahren. Natuerlich sind wir brave und ehrliche Menschen, weswegen wir einen Zettel hinterließen: „I came late yesterday and had to leave very early. Please send me your payment details via email.“ Lobenswert, oder? Bis heute haben wir keine Email erhalten… Als wir dann gegen die Einbahn wieder hinausfuhren um den Schranken zu vermeiden, laechelten uns die anderen Campinggaeste auch nur nett an und hatten offenbar nichts einzuwenden. Geli fuhr noch an den Rand um ihr Navi einzurichten und wo fuhr sie ran? Richtig, an den rechten Rand. Wir mussten uns wohl doch noch ein wenig daran gewoehnen.

Auf unserer Fahrt nach Fishguard hatten wir schoenstes Wetter. Mir fielen vor allem die Vorwarnungen an der Autobahn auf: Sie kuendigten Sperrflaechen, langsame LKWs, Geschwindigkeitsbegrenzungen (mit roten Linien am Boden vor der eigentlichen Begrenzung), Polizei Kontrollen und Radar an, ermahnten, nicht muede Auto zu fahren und Abstand zu halten und gaben auch an, wie lange keine Pannenstreifen und Raststaetten vorhanden sein werden. Sehr nett, die Wales-Menschen. Der Begriff des Tages war heute „Abfahrten“ in meinem Satz: „Du musst dort vorne abfahrten.“ Lassen wir doch einmal das stumme h aus diesem Wort weg, denken ein wenig mehr Englisch und ueberlegen uns die neue Bedeutung dieses Satzes…

Unterwegs fiel uns ein Wegweiser zum „Bluestone National Park Resort“ auf und da wir genug Zeit hatten beschlossen wir, uns dort die Fuesse zu vertreten. Geli musste aufs WC, also gingen wir in irgendein Gebaeude hinein, aus dem wir erste eine Stunde spaeter wieder heraus fanden. Neben dem Klo entdeckten wir naemlich einen großen Raum mit einem Abenteuerpark darin. Als wir dann an der Rezeption fuer Mini-Golf zahlen wollten, meinte sie zu unserer Freude, dass das gratis sei. Ob sie uns wohl fuer Hotelgaeste hielt? Somit standen wir, zwei 23 Jaehrige, inmitten von Familien mit Kindern und spielten euphorisch Mini-Golf. Danach fand eine andere Attraktion unsere Aufmerksamkeit: Ein großer Indoorspielplatz mit Rutschen, Seilbrücken, Stiegen, Leitern und Tunneln. Bis 1.40 m erlaubt… Na das ging doch eeeh! In geduckter Haltung, die wir sowieso einnehmen mussten, auf jeden Fall! Wir waren die einzigen „Kinder“ auf dem Klettergeruest und wurden skeptisch von Eltern beaeugt. Geli meinte ,wir sagen einfach, dass wir Kindergartenpaedagoginnen waeren und die Eignung dieses Spielplatzes testen muessten. Unser Fazit: Viel zu gefaehrlich fuer Kinder, besser nur fuer Erwachsene wie uns! ;-). Dann gab es noch einen Klettergarten, aber als wir erfuhren, dass dieser nicht gratis war, fuhren wir wieder weiter. Daneben war auch ein riesiges Aqua-Rutschenparadies und wir beschlossen, auf jeden Fall mal wieder zu kommen.

Ein wenig spaeter, so um 12:00, kamen wir bei der Faehre an. Der Hafen schien diesmal etwas kleiner. Um 13:30 sollte der Check-In beginnen, also setzten wir uns hinaus in die Sonne. Geli machte ihre Yoga-Uebungen und meditierte 30 Minuten waehrend ich mich dehnte, streckte und Zeitschriften las. Danach unterhielt ich sie wieder mit dem Bloedsinn, den ich halt so taeglich von mir gebe, und die Zeit verging somit recht schnell. Wiedermal waren wir dann einer der Letzten auf dem Schiff und hatten abermals unseren VIP Parkplatz vor dem Aufang. Wir ergatterten beide einen Fensterplatz mit Tisch und Sofa, litten aber sehr unter der extrem stark kuehlenden Klimaanlage. Diese wurde waehrend der Fahrt sogar milder und sobald ich wieder aus meiner Winterstarre erwacht war, machte ich mich auf die Futtersuche. In einem Café fand ich fuer mich Vegetables Panini und fuer Geli Tuna und Mozarella Panini. Ich ging zurueck zu ihr, um zu fragen, ob das ok waere und hier fing meine Essenspechstraehne an. Die zwei Vegetables Paninis die vorhin noch da gewesen waren, waren es jetzt nicht mehr. Dann entschied ich mich fuer das „All Day Breakfast“ Panini. Nach der Haelfte war mir aber der Appetit vergangen: Das Ei war winzig, die Scheibe sPeck eher ein Gselchtes mit viel Fett und keinem Geschmack und das englische Wuerstchen war ‚kaasweiß‘ und zaeh. Ich blieb also hungrig. Geli verbrachte die vier Stunden mit Schlafen, waehrend ich in etwa 20 Fotos mit verschiedenen Einstellungen von ihr machte und mich danach mit dem Kapitel Landschaftsfotografie in dem Buch zu meiner Kamera befasste. Die Nachtfotografie hatte ich ja vorerst aufgegeben und innerlich schon Papa dazu eingeteilt, einen Nachtspaziergang mit Kamera und Stativ und mir zu machen, damit ich doch noch g’scheiter werde. Nach dem gelesenen Kapitel fuehlte ich mich besser vorbereitet auf Irland: Bei trueben Wetter habe ich mich immer gefragt, wie ich ein schoenes Foto machen sollte, wenn der Himmel so farblos war. Des Raetsels Loesung: Den Himmel einfach nicht mitfotografieren! Da haett‘ ich eigentlich auch draufkommen koennen. Nach 2 Runden Blokus und einigen Runden Speed (dem Spiel!), kamen wir endlich am Hafen von Rosslare an. Dort hatten wir einen Weg von 10 Minuten zu unserem Bed and Breakfast, mussten uns allerdings abermals von einer Einwohnerin lotsen lassen, die uns darueber informierte, dass wir in die komplett falsche Richtung fuhren. Unterwegs stellte ich schon fest, dass in diesem Viertel nicht die Aermsten wohnten, so sahen wir etliche kleinere Villen mit langen Auffahrten, tollem Baustil und prachtvollen Gaerten. Auch unser B&B war endlich in Sicht. Wieder bewies sich, unter welch gutem Stern wir reisten, als uns der Besitzer statt dem gebuchten Zimmer mit Bad am Gang den Ensuite Room um den gleichen Preis anbot. Haette er gewusst, was wir aus diesem Zimmer machten, haette er sich das vermutlich nochmals anders ueberlegt: Wir spannten das Zelt auf und legten unsere Schlafsaecke aus, um alles trocknen zu lassen. Es sah so aus, als wollten wir im Zimmer campen.

Nach diesen Vorkehrungen ging es auf zum Rosslare Sandstrand. Dieser wurde vom Reisefuehrer ja hoch angepriesen. Wir zogen unsere Schuhe aus und schlenderten durch den Sand und das Wasser. Die Sonne schien strahlend auf uns herab. Allerdings hoerte man aus der Ferne und auch aus meinem Bauch ein Donnergrollen, weswegen wir zum Pub in Kinlare fuhren. Dort ging es weiter mit meinem Essens-Pech: Ich bestellte einen Chickenburger und wunderte mich sehr als er fragte obh mit Reis oder Pommes oder beidem. Es kam ein Huehnercurry, das ich wieder zurueckschickte. Dann kam mein Burger, aber er war so furchtbar scharf, dass ich nach zwei Bissen Hitzewallungen hatte, nach vier Feuer spuckte und nach der Haelfte aufgab. Ich haette wohl doch das Curry behalten sollen. An der Bar fanden wir uns wieder einen Freund, der sich in etwa so zu Oesterreich hingezogen fuehlte, wie ich mich zu England: „I have never been to Austria, but I feel like I should go there, I love it.“ Er unterhielt sich ein Weilchen mit uns, waehrend ein Bier nach dem anderen vor ihm stand.

Beim Zahlen fragte uns der Wirt, ob wir nicht noch fuer Karaoke bleiben wollten. Wir dachten uns, dass wir ja zuhoeren koennten und blieben ein wenig. Den Anfang machte die Moderatorin Lauren und wunderte sich ernsthaft, warum danach keiner mehr singen wollte. Nach ihr konnte man sich doch nur blamieren! Irgendwann nahmen sich ein Mann und sein Sohn ein Herz und sangen leise Queen – We are the Champions. Nach diesem Auftritt fuehlten wir uns ermutigt, auch etwas zum Besten zu geben. Die Ankuendigung von Lauren, dass wir 99 red balloons singen wuerden, sorgte fuer Gejubel und Applaus. Bloederweise fiel uns mittem im Singen der deutsche Text nicht mehr ein, ablso sangen wir immerzu die erste Strofe, das fiel aber offenbar keinem auf, denn danach waren wir die Stars des Pubs. Es wurde applaudiert, gegroehlt, zugezwinkert… Bis wir ein zweites Lied sangen: Adele-Someone like you. Danach war die Euphorie ueber die oesterreichische Anwesenheit offenbar wieder verblasst. Ein irisches Paar gab „I got you babe“ zum Besten und wir mussten herzlichst lachen, die irische Mentalitaet und ihr eigener Humor wurden uns immer bewusster. Um 11:30 herum kamen wir wieder heim, wo ich bis 02:00 versuchte, den Lap Top irgendwie soweit zu bringen, zu tun was ich moechte, und zwar nicht erst 10 Minuten, nachdem ich den Klickbefehl gegeben habe. Tja, der Uhrzeit nach zu urteilen, um die ich schlafen ging, war ich eher erfolglos.

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