04.07.2014 – Day 1 der Irland Reise

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Tag 1 – Es ist 01:30 in der Frueh, der Bericht faellt womoeglich nicht so wortgewandt aus, aber sonst vergess ich bald alles was war.

Am 03.04. kam ich nach der Arbeit und einigen weiteren Umwegen letztendlich um 22:00 bei Geli in Korneuburg an. Dass wir viele Sachen haben, war uns schon davor bewusst, aber wie viele wurde uns erst beim Beladen ihres kleinen Fiat 500s so richtig deutlich. Dennoch, nach ein wenig logistischer Hoechstleistung war alles irgendwie im Kofferraum, auf den Rueckbaenken, bei unseren Fuessen und ueberall dazwischen auch verstaut und einigermaßen gesichert. Zelt, Schlafsaecke, Isomatten, Toiletttaschen, Schuhtaschen, Handtaschen, Gewandtaschen, Poelster, Decken, Kuehlbox, Essen, Knabberzeug, Flaschen,…..Mitbringsel gibt’s heuer keine – kein Platz hierfuer! Um kurz nach Mitternacht legten wir uns noch fuer vier Stuendchen hin und unsere lange Reise begann um 04:30 am 04.04.

Unsere heutige Tagesetappe fuehrte uns von Korneuburg ueber Linz nach Deutschland und ueber Koeln nach Belgien, das Ziel der ersten Etappe war Mini-Europa bei Bruessel. Unsere Autofahrt gestaltete sich durchaus lustig, da wir fuer allerlei Unterhaltung sorgten (na gut, die meiste Zeit haben wir mich ausgelacht). Es ist ja bekannt, wie viel Bloedsinn ich von mir geben kann, aber diesmal habe ich mich selbst uebertroffen. Geli wurde also koestlich unterhalten. Die Fahrt stimmte mein Papa ueber Telegram an mit dem Lied „Ich fahre mit dem Auto“ von Minisex (https://www.youtube.com/watch?v=ATbxFc0xC7g):

Ich fahre mit dem Auto
Alles geht so schnell
Rechts der Berg und links die Schlucht
Und über mir der Himmel so blau blau blau

Ich fahre mit dem Auto
Alles geht so schnell
Viel zu viel passiert um mich
Doch deine Augen scheinen noch blau blau blau

Passend, Gelis blaues Auto, meine blaue Augen, der blaue Himmel, das Panoramadach…

Wir hielten uns brav an die „alle zwei Stunden eine Pause“ – Regel und sorgten auch auf Parkplaetzen fuer Unterhaltung mit unseren Dehn- und Yogauebungen. Essen gabs auch, der Tisch war das Auto, das auch gleich fein mit meinem Aufstrich von mir dekoriert wurde – natuerlich alles totaaal absichtlich. Ab Passau fanden wir dann auch Freunde, zwei Maenner in einem Kastenwagen, die uns eigentlich bis Frankfurt begleiteten. Einmal ueberholten wir sie, dann sie uns, so ging das stundenlang weiter. Bei Frankfurt fuhren die beiden dann auf eine Abbiegespur. Geli meinte, ich solle ihnen winken, und die beiden hatten offenbar die gleichen Plaene und kamen uns mit ihrer Winkerei zuvor. Auch auf Autobahnen lassen sich Freundschaften schließen!

Unser Mittagessen war besonders gesund, bei einem belgischen McDonalds, Kaffe und Giotto  – was will man mehr? Die Reise gestaltete sich sehr angenehm, kein einziger Stau hielt uns bis Bruessel auf. Einmal gab es – laut Nachrichten eine „Kleine Behinderung“ – eine ordentliche Traumatisierung die uns 10 Minuten kostete: Ein Wohnmobil hatte auf der linken Spur die Kontrolle verloren und lag auf dem Kopf, die Polizei war schon vor Ort. Uns ging’s nachher nicht mehr so gut, hatten wir doch noch eine weite Reise vor uns und mussten darueber nachdenken, wie kurz eigentlich das Leben sein koennte. Eine Stunde spaeter hoerten wir in den Nachrichten, dass an derselben Stelle nun ein 10km langer Stau war – Glueck gehabt. So ging es uns die ganze Zeit, eine laaaange Liste an Staus im Radio, nur nie auf unserer Strecke. In Bruessel verloren wir dann letztendlich doch eine gute halbe Stunde. Geli fuhr immer noch, da sie putzmunter war, sie hatte am Vortag schon am Nachmittag geschlafen, ich gearbeitet. Darueber war ich jetzt sehr froh, denn wenn wer irre ist, dann sicher nicht die Iren! Die Leute in Bruessel fahren wie sie wollen! Rote Ampeln? Bloedsinn, war eh noch gruen! Drei-S-Blick? Nein, einfach rueber fahren, vor allem wenn man einen LKW faehrt, die anderen weichen schon aus, am besten ueber drei Spuren gleich auf die ganz andere Seite von der Autobahn, so a la  „wenn ich wo dagegen fahre, gewinn ich sowieso!“ Geli hat das aber ganz gut gemeistert. Ich waer ein bisschen mehr weniger ruhig geworden ;). Ansonsten war auch das Wetter genial, ueberall vor uns hat man immer gesehen dass es regnet, aber sobald wir hinkamen, war der Regen weg und die Sonne da.

Um 17:40 kamen wir endlich beim Bruparck an, jetzt hieß es nur noch Parkplatz suchen. In einem seltsamen Frenglisch versuchte ich mit den Menschen dort zu kommunizieren und irgendwie klappte das auch, aber im Endeffekt bekamen wir falsche Informationen. Den Eingang zu Mini-Europa zu finden war schwieriger als gedacht, letztendlich haben wir es aber geschafft. Brave Touristen fuellen Parkscheine aus – wir haben also reingehaut, Eurostueck fuer Eurostueck, damit wir ja genug Stunden haben. Es war 17:50 und letztendlich hatten wir die Genehmigung bis 11:30 naechsten Tages zu parken – hae!? Nochmal ein Blick auf die Parkuhr und uns wurde bewusst: Parken gratis ab 18:00. Ja – shit happens.

Mini-Europa war sehr lieb gestaltet, mit kleinen Wasserfaellen, Figuren, Miniatur-Zuegen, sogar einer kleinen Milka-Kuh. Der Fokus war auf Belgische Sehenswuerdigkeiten, London war auch recht stark vertreten. Dennoch fanden wir auch Österreich in Form von Stift Melk. Fuer Kinder war der Park besonders nett, mit Moeglichkeiten zur interaktiven Betrachtung der Sehenswuerdigkeiten – Druckknoepfen, Geraeuschen, Vulkanausbruechen, Fahrradrennen und dergleichen. Den schiefen Tirm von Busa gab’s auch – eine spezielle Variante des Pisa’s Turm. Oder auch einfach eine meiner zahlreichen Freudschen Wortschoepfungen… Auch eine Ausstellung ueber die EU mit vielen Spielen, Quizfragen, Informationstafeln, etc. gab es dort. Zuletzt nahmen wir noch an einer Umfrage teil, die statistisch die Meinung der EU-Staaten ueber die EU darstellen soll. Oesterreichische Besucher waren großteils fuer die EU, viele kannten sich aber auch gar nicht so aus damit, was die EU eigentlich so tut. Sehr nett war auch der Platz vor MiniEuropa an dem sich verschiedene Restaurants tummelten: Belgisch, Asiatisch, Amerikanisch, Tuerkisch… Wir entschieden uns fuer den Mexikaner. Das war gar nicht so leicht, denn die Karte in franzoesisch zu entziffern war fuer mein eingerostetes Sprachvermoegen wirklich eine Huerde. Der Kellner war aber so freundlich uns eine Karte in Niederlaendisch zu bringen, da wussten wir natuerlich Bescheid! Vor allem, als er mit Handzeichen erklaerte, was Parmesan ist ( mir ist klar was das ist, aber die franzoesische Version meine ich) gab ich auf und meinte einfach: Jaja, nehmen wir. Geli klaerte mich dann auf – Geli, die nie Franzoesisch gelernt hatte und von sich behauptete kein Englisch zu koennen. Ich ritt mich dann noch mit einem „Du sprichst die Sprache der Dummerln besser als ich“ vollends in die Patsche. Gemeint war das eigentlich nicht so wie’s klingt, weil was bringt mir mein ganzes Sprachwissen, wenn ich letztendlich die ganz einfache Form der Kommunikation nicht verstehe: Wildes Handgefuchtel und Misch-Englisch-Franzoesisch-und-Eigensprache? Ohne Geli waere ich schon oft aufgeschmissen gewesen! Aber, sie kennt mich ja, und hat’s verziehen 😛 Als dann das Besteck kam, beschloss sie aber, dass die Belgier doch sehr eigenartig sind, denn das Messer war seltsam verbogen und dann hatte ihr Eistee Pfirsich auch noch Kohlensaeure! Da wollte sie nicht mehr hin!

Nach dem Essen fuhren wir noch etwa 30 Minuten nach Grimbergen. Grimbergen ist ein wirklich entzueckendes kleines Dorf mit wunderschoenen Backsteinhaeusern, tollen Gaerten, ner Kirche mit einer ganz eigenen Glockenmelodie und ueberhaupt – ein Dorf mit Charme! Der Campingplatz ist genauso zu empfehlen: Er hat abgeschlossene Duschkabinen, mit Ablageflaechen, Baenken, Kleiderhaeken und viel Platz, saubere Toiletten, massenhaft Stellplaetze und kostet lediglich 19 Euro die Nacht. Der Besitzer kann ausserdem Deutsch, also kein Bedarf an Frenglischer Sprache. Fuer laengere Aufenthalte ist der Camping Platz jedoch nicht unbedingt perfekt, da er sich in dir Flugschneise befindet. Aber die sanitaeren Anlagen und die Naehe zum Zentrum von Bruessel sprechen stark dafuer! Unser Zelt war schnell aufgebaut, man muss es nur aufklappen, die Isomatten ausgerollt und eigentlich sprach alles dafuer, hineinzufallen und sofort einzuschlafen… Von wegen. Geli drehte sich nur einmal um und war weg, ich sah um 00:30 noch verzweifelt auf die Uhr. Dann schlief ich kurz bis 01:30 und waelzte mich bis 03:00 wieder nur herum. Noch dazu regnete es sehr stark und ich stieß ab und zu mit dem Schlafsack am Zelt an, wodurch die Naesse auch hereindrang… irgendwann beschloss ich dann, ins Auto schlafen zu gehen, da auch die Matte so hart war, dass mein Ruecken schmerzte. Dort schaffte ich dann 30 Minuten, gluecklich war ich aber nicht. Nach abermaligem Herumgewaelzte, kam dann um 05:00 Geli heraus um nach mir zu schauen und meinte: Ich kann dir die Iso-Matte auch bisschen mehr aufblasen….. Yey! Hineingelegt und schwupps – zwei Stunden geschlafen. Wie erholsam!

Fazit: Abenteuer pur – aber durchaus zufrieden mit dem ersten Tag unserer weiten Reise. Zurueckgelegte Strecke: etwa 1.140 km

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